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CDU Worms gedenkt Gründervater zum 100sten Geburtstag / Januar 2010

CDU Kreisverband erinnert an Georg Berg / Erster Wormser CDU-Bürgermeister 1958 bis 1971 / Wegbereiter des Stadtkrankenhauses

BILD: Georg Berg
Foto: Stadtarchiv

WORMS Seit 64 Jahren gibt es die Wormser CDU – und doch kann der Wormser Kreisverband in diesen Tagen einem 100jährigen Geburtstag gedenken, der ganz eng mit der Geburt der Wormser CDU verwoben ist: Am Samstag, 16. Januar, wäre Georg Berg (gest. 31.12.1985 in Worms) 100 Jahre alt geworden. Der gebürtige Wormser war ein Gründervater der Wormser CDU, und nicht nur das: Kein anderer ist als Mann der ersten Stunde so eng und so lang mit der Geschichte der Wormser CDU verbunden wie er. Und kein anderer Wormser Christdemokrat war schon so früh so erfolgreich. Weit über ein Jahrzehnt hat Berg die Wormser Kommunalpolitik maßgeblich mit beeinflusst.

Georg Berg war der erste Bürgermeister der CDU in Worms; zwölf Jahre lang hatte er dieses Amt inne. 18 Jahre lang hat er die Geschicke der Stadt mitgestaltet: 1953 bis 1958 als hauptamtlicher 2. Beigeordneter und 1958 bis 1971 als hauptamtlicher 1. Bürgermeister. Mut, Pioniergeist und ein langer Atem zeichneten ihn aus. „Georg Berg hat seine ganze Schaffenskraft für eine bessere Wormser Zukunft eingesetzt", titelte die Wormser Zeitung am 14.12.1971, als Berg mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Seine Arbeitsfelder hießen Kultur, Jugend und Soziales. Zwei Jahre lang, 1953 bis 1955 vertrat er auch als Landtagsabgeordneter die Interessen der Wormser. Stadtgeschichte geschrieben hat Berg zudem als Wegbereiter des Stadtkrankenhauses Herrnsheimer Höhe. Gewaltige administrative Probleme waren damals zu lösen, nebst immenser Finanzierungssorgen. Doch Berg ließ nicht locker. Und im August 1968, 20 Jahre nach dem ersten Anstoß für den Krankenhausneubau, erklärte sich das Land schließlich bereit, sich an den Baukosten zu beteiligen.
Georg Berg, von Beruf ursprünglich Montageinspektor, hat die Wormser CDU von ihrer Geburtsstunde an mitgeprägt: er war dabei, als sich im August 1945, Männer und Frauen der ersten Stunde darüber verständigten, eine neue Partei zu gründen. Erst wenige Monate zuvor hatte die französische Militärregierung Parteigründungen wieder erlaubt. Berg war einer der Pioniere, die am 11. Januar 1946 in der Gewerbeschule mit breiter, demokratischer Mehrheit die Grundlagen für eine Wormser CDU schufen. Im vorläufigen Vorstand war er der zweit-wichtigste Mann. 1949 wählten ihn die Mitglieder zum Vorsitzenden. 12 Jahre lang stand Berg dann dem CDU-Kreis Worms vor, bis 1961. Hohe Verdienste erwarb sich der Christdemokrat auch auf anderen Gebieten: Er gründete die Wormser Lebenshilfe, war Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, Vorsitzender des Sozialausschusses des Städteverbandes im Land und Mitglied des Sozialausschusses des Deutschen Städtetages.
Der CDU-Frontmann verfolgte seine Ziele ausdauernd, sah politische Mitstreiter aber stets auch als Partner an. In seiner Rede zur Verabschiedung des Oberbürgermeisters Heinrich Völker (SPD) im Jahr 1967 fasste Berg dessen Leistungen neidlos zusammen („Unsere Stadt Worms, deren Sache Sie so sehr zu der Ihren gemacht haben, ist aus den Trümmern wieder erstanden“) und blickte auf eine bewegte Zeit, die doch auch seine eigene war: eine Zeit, in der der Wormser Stadtrat die Nibelungenbrücke über den Rhein einweihen konnte, das Omnibusnetz in Betrieb nahm, das Rathaus am Marktplatz errichten ließ, die wieder erbaute Synagoge ihrer Bestimmung übergeben konnte, und das Hallenbad sowie das Spiel- und Festhaus einweihte. Bergs Rede ist somit auch ein Zeugnis seiner selbst: ein Zeugnis von einem, der nicht danach fragt: „was kann ich werden“, sondern: „was kann ich tun“.