Aktuelles

Rhetorischer Ritt durch die Politik

Empfang der CDU-Worms mit Hugo Müller-Vogg / Selbstbewusst das Jahr begrüßt

Hugo Müller-Vogg

Alles da, was einen starken Start ins neue Jahr ausmacht – so lässt sich der Neujahrsempfang der Wormser CDU zusammenfassen, bei dem Partei-Chef Hans-Joachim Kosubek im vollbesetzen Narhalla-Vereinsheim auch den Landtagsabgeordneten Adolf Kessel begrüßen konnte. Kräftig ausgeteilt wurde in Richtung Linke und Landes-SPD, mit etwas weniger Blessuren kam die FDP davon, aber auch einen selbstkritischen Blick auf die eigene Partei vertrugen die Christdemokraten gut. Besondere Ehrengäste waren Dr. Ludwig Tauscher und Marie Elisabeth Klee.

Diesmal  war kein prominenter Unions-Spitzenpolitiker als Gast eingeladen worden, sondern der langjährige Mitherausgeber der FAZ und freie Journalist, Hugo Müller-Vogg - viel gelesener Kolumnist unter anderem bei Bild und gern gesehener Gast in Talk-Shows. Für seinen Auftritt in Worms hatte er angekündigt, bei aller Nähe zur Union der Partei nicht einfach nach dem Mund zu reden. Und so geißelte er zwar in manchen Punkten den Koalitionsvertrag im Bund, zog aber doch das Fazit: „Wir haben diese Regierung und die ist allemal besser als Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Rot“. Ähnlich hatte es zuvor der Wormser CDU-Chef Kosubek auf den Punkt gebracht: „Die Koalition ist zum Erfolg verdammt!“. Müller-Vogg analysierte scharfsinnig die Finanzkrise, würzte seine Aussagen mit sarkastisch-ironischen Anmerkungen - seine Quintessenz: „Letztlich kommt es auf den Anstand der Menschen an“. Er kritisierte, dass die Soziale Marktwirtschaft immer noch sozialer gemacht werden solle, und gab zu bedenken, dass ein „Vollkasko-Versorgungsstaat“ aber nicht zu finanzieren sei. Unter Applaus entlarvte er den "Mindestlohn als Mogelpackung". Viel Schelte bekam die Linke („Stasi verseucht“). Und der FDP schrieb Müller-Vogg ins Stammbuch: „Es ist leichter, ein Wahlprogramm zu schreiben, als einen Haushaltsentwurf vorzulegen“. Sehr pointiert hatte zuvor übrigens auch der Vorsitzende Kosubek seine FDP-Kritik vorgebracht: „Die FPD kann vor lauter Kraft kaum laufen“,  meinte er und konnte sich dabei auch einen Blick auf die Wormser FDP nicht verkneifen. Die schonungslose Abrechnung mit der Landes-SPD übernahm  schließlich der Landtagsabgeordnete Adolf Kessel (siehe separater Artikel).
weitere Bilder siehe Bildergalerie