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„Den Leuten nicht nach dem Mund 'rumschwätzen“ / Januar 2010

Julia Klöckner setzt auf Glaubwürdigkeit – und überzeugt die Wormser im Narhalla Vereinsheim

Julia Klöckner sucht die Diskussion und den Kontakt zu den Menschen.

WORMS Glaubwürdig sein und „den Leuten nicht nach dem Mund rumschwätzen“ - an dieses Leitbild einer guten Politikerin möchte sich Julia Klöckner, die designierte Landes-Spitzenkandidatin, halten. Diesen Wert stellte sie den Zuhörern als ihr oberstes Gebot vor im rappelvollen Vereinsheim der Narrhalla, wohin die Wormser CDU eingeladen hatte. Und der Riesen-Applaus am Ende bewies, dass ihr die Wormser vertrauen.

Den Menschen klar machen, welche Werte hinter ihrer Politik stehen. Das präsentierte Julia Klöckner locker, beinahe fröhlich – und trotzdem nicht oberflächlich. Auf sympathische Weise, durchsetzt mit persönlichen Erlebnissen, die bis zurück in ihre Kindheit reichten, entführte sie in die Politik und in ihr Leben. Es durfte geschmunzelt und auch mal gelacht werden. Trotzdem fehlte  nicht der strafende Fingerzeig in Richtung Landesregierung und der Hinweis: So nicht!
Die christliche Soziallehre sieht Klöckner als Kompass, der Orientierung gibt, und als Kitt, der  zusammen hält. Aus dieser Lehre leitet sie die Werte Subsidiarität, Personalität und Solidarität ab. Solidarität versteht sie als „Hilfe zur Selbsthilfe“, bei der es auch darum gehe, „Menschen in Arbeit zu bringen“. Dabei komme es darauf an, „denen zu helfen, die wollen aber nicht können“ und „diejenigen ins Gebet zu nehmen, die können, aber nicht wollen“. Eine bloße Erhöhung der Hartz IV Sätze sei nicht dienlich. Grundsätzlich lautet ihre Formel: „Weniger Staat, mehr privat“.
Personalität dagegen basiere darauf, dass alle Menschen  unterschiedlich sind und Freiheit brauchen, um ihre Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln. Das müsse auch in der Schulpolitik gelten, sagte sie mit Blick auf die SPD und forderte „Mut zur Unterschiedlichkeit“. In den Schulen dürfe es keine Gleichmacherei geben. „Gleichmacherei führt nur dazu, dass wir uns sicher und glücklich fühlen, während alle anderen an einem vorbei ziehen!“, warnte sie und erhielt viel Applaus. Wenn nicht den Ursachen für die Misere der Hauptschule entgegen gearbeitet werde, drohe den neuen „Realschulen plus“ in einigen Jahren das gleiche Schicksal. Beim Thema Rauchverbote  sprach sie sich dagegen aus, Raucherkneipen zu Clubs zu degradieren und beim Thema Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen warnte sie davor, das Problem in erster Linie durch strengere Gesetze in den Griff bekommen zu wollen. „Verbote ersetzen nicht den Verstand“, fasste sie zusammen und das Publikum spendete kräftig Applaus.
Subisdiarität, den dritten Wert, übersetzte sie frei als „Verantwortlichkeit „von unne nach obbe““. Dabei sprach sie sich klar dafür aus, den Kommunen mehr Verantwortung zu übertragen – inklusive entsprechendem Budget. Dies sei allemal besser als häppchenweise Zuschüsse. Was der Idee „Subsidiarität“ ebenfalls zuwiderlaufe sei die von der SPD-Landesregierung vorgesehene Verwaltungs-Gebietsreform. Diese bevorteile nämlich klar SPD-regierte Kommunen.
„Warum willste nach Mainz?“, werde sie oft gefragt. Ihre Antwort: „Es geht um die Verantwortung, aber auch um die Freude, etwas für die Menschen im Land zu tun“.
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