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17.09.2010

Wormser CDU macht sich stark für regenerative Energien

Christdemokraten begrüßen neues EWR-Konzept zur regenerativen Stromerzeugung / OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin und MdL Adolf Kessel loben Herrnsheimer Bio-Gasanlage als vorbildlich / Dezernent Kosubek spricht Zuwegungsproblem an SIEHE AUCH BILDERGALERIE

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Geschäftsführer Hermann Schäfer (2. v. links) erhält Lob von Andreas Wasilakis, Dr. Klaus Karlin, Hans-Joachim Kosubek und Adolf Kessel (von links).

WORMS Die Wormser Christdemokraten begrüßen das neue Konzept des EWR für Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung. Demnach will der Energieversorger künftig verstärkt auch selbst  Anlagen kaufen, planen und bauen, die nach dem Erneuerbare Energien Gesetz  (EEG) gefördert werden. OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin, Landtagsabgeordneter Adolf Kessel, Beigeordneter Hans-Joachim Kosubek und der Herrnsheimer CDU-Vorsitzende Andreas Wasilakis besprachen das Thema am Mittwoch im Rahmen eines Vor-Ort Termins bei der Besichtigung der Herrnsheimer Bio-Gasanlage.

 

In Frage kommen unter anderem für das neue EWR-Konzept freie Dachflächen kommunaler oder gewerblicher Immobilien, freie Flurstücke, Anlagen zur Ballung von Nutzmassen wie beispielsweise Biomasse, Holzhackschnitzel und Maissilage, oder Anlagen für Windenergie.

 

OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin lobte die “Biogas GbR Andreas Kaltenthaler und Hermann Schäfer” als ein besonders gelungenes Beispiel für regenerative Energie-Gewinnung. “Die Anlage zeigt, wie gut die Stromerzeugung auf Basis nachwachsender Rohstoffe funktioniert”.  Schäfer führte aus, dass die Anlage unter Volllast 360 Kilowatt pro Stunde liefert – das entspricht Strom für 400 Haushalte. Karlin stellte positiv heraus, dass die Anlage seit der Inbetriebnahme 2005 konstant und auf umweltfreundliche Weise Strom erzeugt, und das ohne große Produktionsschwankungen, wie es sie etwa bei der Windkraft gibt. Landtagsabgeordneter Adolf Kessel hielt anerkennend fest, dass die Anlage CO2 neutral arbeitet. Bei der Vergärung der Biomasse wird nur das CO2 freigesetzt, das die Pflanze zuvor aufgenommen hat.

 

Einen kleinen Wermutstropfen hatte es trotzdem gegeben. Einige Anwohner hatten sich durch den Antransport der Biomasse durch Lkws gestört gefühlt. Dezernent Kosubek sprach dieses Thema an. Schäfer sicherte zu, die Möglichkeit der Zuwegung über den betonierten Wirtschaftsweg am Herrnsheimer Friedhof vorbei zu prüfen.

 

Schäfer und Kaltenthaler nutzen in erster Linie Maissilage, den am häufigsten genutzten Rohstoff zur Biogasherstellung, sowie in geringeren Mengen auch Rasenschnitt und Trester. Damit die Bakterien für die Vergärung genügend Nahrung erhalten  müssen diese  jede halbe Stunde mit 400 Kilo gefüttert werden. Diese “Fütterung” geschieht vollautomatisch. Trotzdem bleibt  Arbeit: Alle zwölf Stunden muss das System mit Nachschub versorgt werden.

 

Eine Million Euro haben Kaltenthaler und Schäfer in die Anlage investiert. Und sie würden es wieder tun. “Wenn es gut läuft hat sich die Anlage in zehn Jahren Laufzeit amortisiert”, berichtete Schäfer. Vertraglich sind stabile Preise für 20 Jahre garantiert. Schäfer und Kaltenthaler streichen bei einem Leistungsanteil bis zu 150 Kilowatt eine Vergütung von 11,67 Cent pro Kilowattstunde ein. Hinzu kommt bei der Maissilage der so genannte "Nawaro"-Bonus für Strom aus nachwachsenden Rohstoffen von sieben Cent.

 

Bald könnte die Nutzung sogar noch effizienter werden. Während derzeit nur ein minimalerTeil der Abwärme genutzt wird, um das Wohnhaus und die Mitarbeiterwohnung  zu heizen, ist geplant, diese auch dem nahe gelegenen Stadtkrankenhaus  zur Verfügung zu stellen. “Gespräche hierzu laufen schon”, ließ Schäfer durchblicken. Der Herrnsheimer CDU-Vorsitzende Andreas Wasilakis begrüßte diese Option sehr: “Auf die kurze Distanz ist der Wärmeverlust sehr gering”, argumentierte er.