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05.10.2010

Wormser und Freunde aus Partnerstadt Bautzen gedenken der Wiedervereinigung

Ausstellung „Frauenleben in der DDR“ dokumentiert damaligen Alltag in Bautzen
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kessel

Adolf Kessel (li.) im Gespräch mit dem Bautzener OB Christian Schramm (re.).

WORMS –  Noch bis 22. Oktober haben Besucher die Gelegenheit im Rathaus die Ausstellung „Frauenleben in der DDR“ zu besichtigen. Sie ist nicht irgendeine Ausstellung über das Alltagsleben unter dem früheren kommunistischen Regime, irgendwo in den neuen Bundesländern. Die Ausstellung beschreibt ganz konkret den früheren Alltag der Menschen in Bautzen – der Stadt also, mit der Worms seit 20 Jahren, seit der Wiedervereinigung, eine inzwischen enge Freundschaft verbindet.

 

Und die Ausstellung kommt auch nicht von irgendwem, sondern sie ist eine Leihgabe von den Gästen aus Bautzen, die anlässlich des 20sten Jahrstags die Wormser besucht haben, darunter auch der Bautzener OB Christian Schramm. Die Eröffnung im Rathaus, ein Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit, war auch eine gemeinsame Erinnerung an die friedliche Revolution vor 20 Jahren. Auch Hans-Joachim Kosubek und CDU-Landtagsabgeordneter Adolf Kessel nutzten die Gelegenheit bei der Ausstellungseröffnung mit den Gästen aus Bautzen ins Gespräch zu kommen.


Die Idee zur Ausstellung hatte die Frauenbeauftragte der Stadt Bautzen, Andrea Spee-Keller. Sie erklärte, die Ausstellung sei eine Reise in eine Welt, die nicht mehr existiert. Die Dokumentation zeige „was Frauen in der DDR-Zeit geleistet haben, wie es schafften, das „richtige leben im falschen System“ zu führen und was heute davon noch Bedeutung hat. Die Exponate, meist Fotos, reichen vom Katalog der DDR-Wintermode 1970/71 bis zu persönlichen Erinnerungen, wie einer Postkarte, die eine Frau ihrer Brigade aus dem Urlaub schickte. Und siehe da: Der Text unterscheidet sich praktisch nicht von Postkartentexten westlicher Bürger.

 

Der Bautzener OB Christian Schramm sagte in seiner Rede zur Eröffnung, die gemeinsame Kultur, die sich etwa in den großen Dichtern zeige, sei nie zu trennen gewesen. Er sehe die Wiedervereinigung als ein Geschenk der Alliierten, das nun  mit der Aufgabe verbunden sei, Europa voranzutreiben. Wichtiger als Fahnenschwenken sei, dass sich die Menschen gegenseitig entdeckten und wert schätzen lernten. Dafür seien Städtepartnerschaften wichtig. Dass die Partnerschaft zwischen Worms und Bautzen mehr ist als der Austausch schöner Worte, hat sich auch schon im Ernstfall gezeigt. So haben Wormser Feuerwehrleute, von denen bei der Ausstellungseröffnung ebenfalls einige vertreten waren, auch bei der Hochwasser-Katastrophe in Bautzen geholfen. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch die Jüngeren sich der Aufgabe der Wiedervereinigung annehmen“, nannte er als wichtigste Aufgabe der Städtepartnerschaft für die Zukunft.

 

Der Wormser OB Michael Kissel empfahl, die „Tage und Wochen des Wunders“, wie er die Wiedervereinigung bezeichnete, nicht nostalgisch zu verklären, sondern dafür zu nutzen, Verständnis füreinander zu entwickeln.