Aktuelles

08.03.2011

Laut, verquer und unappetitlich: Was Pfiffligheimer am meisten ärgert

Diskussion mit OB Kandidat Dr. Karlin und MdL Kessel über die drei größten Ärgernisse Pfiffligheims / Bürgerbefragung als Grundlage / Interessierte nicht nur aus CDU-Reihen

pfiffligheim

Ortsvorsteher Theodor Cronewitz, OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin, MdL Adolf Kessel und der Pfiffligheimer CDU-Fraktionssprecher Ernst Unselt (v.links) stehen Rede und Antwort. Karlin sieht auch die Erschütterungen in der Alzeyer Straße durch den Schwerlastverkehr als ein großes Problem für die Anwohner an. Keine Alternative sei es, nur darauf zu warten, bis der äußere Ring Entlastung bringe: „Das kann noch mehr als fünf Jahre dauern“.

PFIFFLIGHEIM Sie sind laut, verquer und unappetitlich, die drei Probleme, die die Pfiffligheimer am meisten ärgern: Straßenlärm, Haltestellen-Chaos und Hundekot. Bei der CDU-Bürgerbefragung („Was wäre gut für Pfiffligheim“) hatten diese Themen bereits im Jahr 2009 weit oben auf der Sorgenliste gestanden. Wie Ortsvorsteher Theodor Cronewitz berichtete, hat die CDU seither eine Reihe konkreter Anregungen dazu eingebracht.

 

Zur Diskussion darüber lud die CDU-Pfiffligheim nun ein ins Autohaus Tallafuß. OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin, Landtagsabgeordneter Adolf Kessel, Ortsvorsteher Theodor Cronewitz sowie der Pfiffligheimer CDU-Fraktionssprecher Ernst Unselt standen dort Rede und Antwort.
Viele Interessierte waren gekommen, darunter nicht nur die eigene politische Couleur.
Unselt erläuterte einige der bereits unternommenen Maßnahmen. Wegen des Lärms in der Alzeyer Straße sei im Ortsbeirat beantragt worden, Messungen durchzuführen, um eine 30 Kilometer-Begrenzung zu erreichen. Der Landesbetrieb Mobilität habe jetzt die finanzielle Förderung passiver Schallschutzmaßnahmen angekündigt. „Das aber reicht nicht!“, waren sich alle einig. OB-Kandidat Dr. Klaus Karlin sah auch die Erschütterungen durch den Schwerlastverkehr als ein großes Problem an. Keine Alternative sei es, nur darauf zu warten, bis der äußere Ring Entlastung bringe: „Das kann noch mehr als fünf Jahre dauern“. Chancen sah er aber für gezielte Maßnahmen, wie etwa Geschwindigkeitsbeschränkungen an den Stellen, an denen oft beschleunigt werde. Rhetorisch geschickt schlug er von hier aus den Bogen zu anderen „Baustellen“ der Stadt.


Dem OB hielt er vor, dieser setzte sich nicht genug dafür ein, dass Worms stärker zum Bindeglied der Metropolregionen werde. Auch sei die Stadt gegen die Finanzmisere nicht völlig machtlos. Sparen und trotzdem mehr erreichen lasse sich beispielsweise, wenn ehrenamtliche Kräfte mehr gefördert würden und wenn die Verwaltung Anlaufstellen für Bürger bündele. Die FH sei bei der Tourismusförderung stärker einzubinden. Beim Gewerbegebiet „Am hohen Stein“ sei zu überlegen, ob nicht ein privater Erschließungs-Investor ins Boot geholt werden solle. Neben individueller Bildungsförderung warb Karlin für eine pragmatische Integration.


Viel Verwirrung stiftet laut Unselt der verquere Busverkehr in Pfiffligheim. Grund: Auf beiden Straßenseiten sind Haltestellen, doch wird eine Richtung immer nur tagsüber angefahren, die andere nur von der Spätlinie. Immer wieder stünden Fahrgäste an den falschen Haltestellen. Trotzdem beharrten die Busbetriebe auf dieser Streckenführung. Nun hofft die CDU, dass die neue Pfeddersheimer Ringlösung die Busbetriebe zum Umdenken bringt.


„In der Umsetzung unbefriedigend“ lautete das Fazit des Ortsvorstehers auch bei dem unappetitlichen Thema Hundekot auf Wegen und in Parks. „Das dezernatsübergreifende Maßnahmepaket, wie von der CDU im Stadtrat beantragt, ist bisher nicht mal im Ansatz erkennbar“, bedauerte Cronewitz. Wie Unselt ergänzte, hat die Ortsbeiratsfraktion versucht, Ideen und Erfahrungen aus anderen Städten, wie etwa Ludwigshafen, über Anträge einzubringen. Dort würden längst sehr erfolgreich zentrale Parkflächen ausgewiesen, auf denen Vierbeiner ihr Geschäft verrichten und Herrchen oder Frauchen die Hinterlassenschaft entfernen, berichtete der Pfiffligheimer CDU-Fraktionssprecher. Doch auch diese Vorlagen seien verworfen worden. Der OB habe dazu sogar eigenhändig den Vermerk „bravo“ angefügt in der Antwort an den Ortsbeirat.


Mit scharfen Worten angegriffen wurde die Informationspolitik des OB von einem Vertreter der Grünen. Aus dem Publikum kritisierte ein weiterer Gast, dass die Verkehrsbetriebe ihre altersschwachen Busse in Worms einsetzten, die neuen dagegen ausschließlich in Mannheim oder Ludwigshafen. Karlin wollte versuchen, auf das Unternehmen einzuwirken. Weiter wurde kritisiert, dass die Busse an den Wochenenden nur einmal pro Stunde fahren.