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22.03.2012

„Nein sagen“ hilft gegen Vorurteile: MdL Adolf Kessel besucht Schüler am „Tag gegen Rassismus“

MdL Adolf Kessel besucht Schüler der Integrierten Gesamtschule Nelly Sachs zum „Tag gegen Rassismus“ / „Nein sagen“ gegen Vorurteile geübt / Hans-Joachim Rühl vom deutsch-italienischen Freundschaftskreis begleitet / Fotos unter BILDERGALERIE und www.cdu-worms.de

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Adolf Kessel diskutiert mit der 7d.

HORCHHEIM „Klar, man kann sagen: hier die Deutschen, da andere – es gibt lauter verschiedene Gangs, aber wenn man sich’s genau überlegt, dann sind wir alle eine große Gang, haben wir alle viel Gemeinsames“ – so lautete das Fazit von Justin aus der 7d der Nelly Sachs Gesamtschule, am Ende der zwei Schulstunden mit dem Landtagsabgeordneten Adolf Kessel und dem Vorsitzenden des deutsch-italienischen Freundschaftskreises, Worms-Parma, Hans-Joachim Rühl.

Und auch wenn die Wortwahl eine andere war als sie die beiden Politiker benutzt hatten, um den Jugendlichen den 21. März, den „Tag gegen Rassismus“, näher zu bringen (aus organisatorischen Gründen hatte der Schulbesuch einen Tag vorverlegt werden müssen, auf den 20. März): Die Schüler zeigten, dass sie den Grund des Besuchs verstanden hatten. Gemeinschaftskundelehrer Andre Hunger konnte sehr zufrieden sein mit seiner Klasse.
Eine ganze Menge hatten die Schüler zu diesem Thema zu sagen. Kessel und Rühl mussten aufpassen und genau hinschauen, damit sie sich die richtige Reihenfolge merkten, in der die lebhaften Wortmeldungen zum Thema kamen. Was ist Rassismus? Wie zeigt er sich in unserer Gesellschaft? Und warum gilt gerade der 21. März als „Tag gegen den Rassismus“? All dies wurde im Gespräch beleuchtet.
Spannend war das „nein“-Spiel: Hier griff Adolf Kessel typische Vorurteile gegen Ausländer auf, kleidete sie in eine rhetorische Frage – und es erforderte schon ein bisschen Mut, hier eben nicht mit „ja“ zu antworten, sondern zu widersprechen und einen Grund zu nennen, warum das Vorurteil nicht stimmt. „Ist es nicht so, dass Ausländer uns die Arbeitsplätze wegnehmen?“ – „Nein! Es entstehen dadurch sogar neue“, antworteten zwei Jungs. „Du findest doch auch, dass fast alle Musliminnen zwangsverheiratet werden?“ – Vanessa kicherte erst, war zuerst ein bisschen verlegen als sie direkt angesprochen wurde, fasste sich aber – und dann kam ein klares „Nein! – Ich wollte das ja auch nicht!“.
Fälle von Diskriminierung wegen der Herkunft kannten alle in der 7d, wenn auch nicht direkt aus dem eigenen Umfeld. Ein aktuelles Beispiel für Rassenhass kannten sie auch aus den Nachrichten: Den Anschlag des Serienmörders von Toulouse auf drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule.
Zwar hatte in der 7d kaum ein Schüler selbst einen Migrationshintergrund, etliche brauchten aber nur ein bisschen im eigenen Stammbaum zurückblicken, um festzustellen, dass Mama, Papa, Oma oder Opa auch ausländische Wurzeln haben. „Wir sind ja auch selbst Ausländer – wir brauchen nur etwas weiter weg in den Urlaub zu fahren,“, sagte Florian. Außerdem gebe es ja auch Deutsche, die im Ausland arbeiteten, warf jemand anderes ein. Hans-Joachim Rühl berichtete, wie es war, als in der Wirtschaftswunderzeit italienische Gastarbeiter angeworben wurden und wie die Integration seither verlaufen ist. „Europa soll noch näher Zusammenwachsen!“, lautete ein Wunsch von Rühl, der nicht nur die deutsche, sondern auch eine italienische Ehren-Staatsbürgerschaft hat, und letztere für seine Verdienste um den Austausch der Kulturen erhalten hatte.
Adolf Kessel lud die Klasse auch zu einem Besuch in den Landtag ein und beantwortete Fragen zum Jugendparlament. Beide Politiker wurden mit lautem, langen Applaus verabschiedet.