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24.10.2012

Bei Klöckner-Besuch äußert sich Renolit sehr besorgt über EEG-Erhöhung: „Es geht auch um Arbeitsplätze“

CDU-Landeschefin Klöckner, MdL Kessel und CDU-Stadtratsmitglieder bei Renolit / Unternehmen sehr besorgt über Energiekosten-Erhöhung durch EEG / Standort wird unattraktiver / „Mehrkosten entsprechen 100 Arbeitsplätzen“ / FOTOGALERIE - weitere Fotos auch unter www.cdu-worms.de

renolit

Renolit-Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Dengl (rechts) begrüßt Julia Klöckner.

WORMS - CDU-Landeschefin Julia Klöckner hat mit dem Landtagsabgeordneten Adolf Kessel und Mitgliedern der Wormser CDU-Stadtratsfraktion das Stammwerk der Renolit in Worms besucht. Das Familienunternehmen zählt neben seinem Schwesterunternehmen RKW SE mit knapp einer Milliarde Euro Umsatz weltweit, 38 Standorten und 4500 Mitarbeitern – davon 900 in Worms – zu den international führenden Herstellern hochwertiger Kunststoff-Folien. „Wir sind das am schnellsten und dynamischsten wachsende PVC-Unternehmen weltweit“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Dengl.

 Dennoch bat Dengl Julia Klöckner um Hilfe:„Wir sind sehr erschrocken und außerordentlich besorgt über die Erhöhung der EEG-Abgabe nächstes Jahr“, sagte Dengl mit Blick auf die Energiekosten-Steigerung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Die EEG-Umlage steigt von bisher 4 Millionen Euro für die Renolit Standorte in Deutschland auf 6 Millionen Euro in 2013. „Das entspricht mehr als 100 Arbeitsplätzen“, sagte Dengl und machte klar, dass es nicht einfach nur um den Unternehmensgewinn gehe. „Wir würden gerne hierbleiben“, erst recht in Worms, „das ist unser bester und stärkster Standort“. Der Strom im nahen Frankreich sei aber eben nur halb so teuer. Kunden seien kaum bereit, die Mehrkosten zu tragen. „Wir können diese Verteuerungen nicht in Kauf nehmen“.
Klöckner, unter anderem begleitet vom CDU-Kreisvorsitzenden Hans-Joachim Kosubek, dem Wormser Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin und dessen Stellvertreter Hans-Peter Weiler, fragte nach, warum das Unternehmen nicht unter die EEG-Befreiungsregelung falle. Dengl sagte, dass dazu 14 Prozent der Wertschöpfung auf Stromkosten entfallen müssten. Renolit liege aber darunter. „Gerade bei hochwertigen Produkten wird der Energieanteil kleiner“. Renolit werde doppelt bestraft, schließlich gebe man viel Geld aus, um Energie zu sparen, sagte Dengl im Beisein von Hans-Joachim Gozdowski, einem Mitglied der Eigentümerfamilie, Werksleiter Hans-Jürgen Aumüller, dem Gesamt-Betriebsratsvorsitzenden Reinhard Westhäuser, Personalleiter Wilfried Gutzler und Dr. Rupert Schnell, dem Leiter der zentralen Forschung und Entwicklung.
Klöckner sagte, ein starkes Argument sei, dass es auch um Arbeitsplätze gehe: „Sie haben uns auf Ihrer Seite“. Sie werde das Thema auch auf dem Parteitag ansprechen. Der Betriebsratsvorsitzende signalisierte, dass man die CDU in dieser Frage unterstützen wolle. Adolf Kessel, unter anderem auch Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU-Landtagsfraktion, sicherte seinerseits Hilfestellung für den Betriebsrat zu. Klöckner versprach außerdem, das Werk erneut zu besuchen.
Dengl berichtete, das Unternehmen zähle zu den zehn am meisten Steuern zahlenden produzierenden Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Mit Renolit Kunststoff-Folien lassen sich Oberflächen von Möbeln und Bauelementen veredeln, Dach- und Tiefbaukonstruktionen abdichten oder Swimmingpools auskleiden. Produziert werden auch Folien und Schläuche für medizinale Anwendungen und wiederverwertbare Platten als Verbundprodukte mit Naturfasern für die Bau- und Automobilindustrie.