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03.11.2012

Offen für Anregungen: CDU-Stadtratsfraktion besucht Kaibel & Sieber

Wormser Unternehmen bei vielen Maschinen seiner Sparte Weltmarktführer / Krise schlägt dennoch durch: Kurzarbeit in der Produktion seit September /FOTOGALERIE

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Betriebsratsvorsitzender Herbert Schreiber, CDU-Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin, Kaibel & Sieber Geschäftsführer Eckard Muth, MdL Adolf Kessel, Andreas Wasilakis, Petra Graen, Kreisvorsitzender Hna-Joachim Kosubek, sowie Hans-Joachim Rühl (v.links) im Gespräch.

WORMS Die CDU-Stadtratsfraktion hat das Wormser Unternehmen Kaibel & Sieber in der Mainzer Straße besucht. Kaibel & Sieber ist weltweit anerkannter Spezialist für individuellen Maschinen- und Anlagenbau zur Verarbeitung von Glasfaser- und Steinwolle und gilt bei einigen Maschinen als Weltmarktführer. 2014 feiert das Unternehmen 200jähriges Bestehen. Geschäftsführer Eckard Muth berichtete den Fraktionsmitgliedern jedoch nicht nur von Erfolgen, sondern auch ganz offen von Sorgen.

Als CDU-Vorsitzender Hans-Joachim Kosubek fragte, ob es denn Wünsche an die Kommunalpolitik gebe, verneinte Muth. Dennoch konnten im Gespräch wertvolle Anregungen ausgetauscht werden. Landtagsabgeordneter Adolf Kessel bot beispielsweise an, bei der Kontaktaufnahme in die Wormser Partnerstadt in China, die Millionen-Metropole Ningde, zu helfen. In China hat Kaibel & Sieber bislang kaum einen Markt für seine Maschinen ausmachen können. Eckard Muth und Betriebsratsvorsitzender Herbert Schreiber sorgten sich außerdem darüber, dass die Hürden für die Beantragung von  Kurzarbeit stark gestiegen seien. Kessel versprach, diesen Punkt in seine politische Arbeit einfließen zu lassen und Rückmeldung zu geben.
Auf Anfrage von Fraktionssprecher Dr. Klaus Karlin bestätigten Muth und Schreiber, dass ein gutes Verhältnis zwischen Geschäftsführung  und Betriebsrat bestehe. Petra Graen, Heidelinde de Haas, Andreas Wasilakis, Hans-Peter Weiler und Hans-Joachim Rühl erfuhren außerdem, dass  Zeitarbeit kaum eine Rolle spiele im Unternehmen. Weil eine breite Qualifikation gefordert sei, bilde man die Mitarbeiter gern selbst aus. 80 Mitarbeiter hat Kaibel & Sieber, davon zwölf in der Konstruktion.
„Wir haben viele verlässliche Kunden, diese stehen aber inzwischen unter enormem Wettbewerbsdruck“, erklärte Muth. „Die Kunden sind derzeit extrem zurückhaltend mit neuen Investitionen“.  Die Langlebigkeit und Qualität der Kaibel & Sieber Maschinen, die auch nach Jahrzehnten  noch liefen, komme ihnen sehr entgegen. Das hat natürlich auch Folgen für den Wormser Maschinenbauer. „Wir spüren die Krise“, sagte Muth. Das Unternehmen fährt seit September Kurzarbeit in der Produktion.
Gegensteuern will man durch noch attraktivere Weiterentwicklungen und eine Ausweitung des Angebots auch auf kleinere Maschinen. Außerdem will Kaibel & Sieber nun aktiv auf Kunden zugehen und Präsenz auf Messen zeigen, was bislang kaum nötig gewesen sei. „Die Kunden sind immer zu uns gekommen“.
Kaibel & Sieber-Maschinen sind in der Regel so groß, dass sie im Werk in Worms nur in Teilen gefertigt und dann beim Kunden komplett aufgebaut werden. Produziert werden können mit diesen Maschinen dann rund 200 Tonnen pro Tag, was etwa 80 Lastwagen-Ladungen Glasfaser- oder Steinwolle entspricht.