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07.11.2012

CDU bringt Antrag für mehr Tierschutz ein

Initiative von MdL Adolf Kessel: Pflicht zur Kastration von Katzen mit Freigang soll in Gefahrenabwehrverordnung verankert werden / CDU bringt Antrag in Stadtrat ein / Wormser Tierschutzvereine stellen sich geschlossen hinter CDU-Vorstoß / FOTOGALERIE

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Waltraud Phul (Menschen helfen Tieren), Christel Wolff (Tierhilfe Worms), Peter Maas (Tierhilfe Worms), Silvia Bertz (Tierheim Worms und Vorsitzende Tierschutzverein Worms), Arnim Phul (Tierheim Worms und stellvertretender Vorsitzender im Tierschutzverein Worms), CDU-Vorsitzender Hans-Joachim Kosubek, Barbara Wirth und MdL Adolf Kessel (v.links) packen beim Tierschutz für Katzen gemeinsam an.

WORMS Katzen brauchen Freiheit – wenn sie sich aber unkontrolliert vermehren, führt dies direkt in die Tierquälerei. Die Tiere müssen dann wildlebend und unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen ihr Leben fristen. Um Abhilfe zu schaffen, bringt die CDU-Stadtratsfraktion nun in der Stadtratssitzung einen Antrag ein. Demnach soll es eine Pflicht zur Kastration von Katzen mit Freigang geben. Diese Pflicht soll in die Gefahrenabwehrverordnung aufgenommen werden. Initiator der Aktion ist die Rheindürkheimer Tierärztin Dr. Gabriele Friedrich und Landtagsabgeordneter Adolf Kessel: "Es ist dringend nötig, dass hier etwas geschieht", sagen beide.

Im Rahmen eines Gesprächs mit den Wormser Tierschutzvereinen und -hilfen, bei dem neben Initiator Adolf Kessel von CDU-Seite auch Vorsitzender Hans-Joachim Kosubek und Barbara Wirth zugegen waren, hat die CDU-Stadtratsfraktion geschlossen Rückendeckung erhalten vom Wormser Tierschutzverein, der Tierhilfe Worms und dem Verein Menschen helfen Tieren. Silvia Bertz, Vorstandsvorsitzende des Wormser Tierschutzvereins, der auch das Tierheim unterhält, sagte: "„Es wäre super, wenn der Antrag durchkommt!". Vorbild für Kessels Vorstoß ist die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Paderborn. Wie Bertz wusste, läuft die Umsetzung dort erfolgreich. Konkret fordern Kessel und die CDU, dass Halter, die Ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren lassen und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen, und zwar ab etwa einem Alter von fünf Monaten, also bevor die Katze geschlechtsreif wird. Als Katzenhalter gilt dabei auch, wer freilaufende Katzen regelmäßig füttert.
Die Lage ist ernst: Obwohl die Tierschutzvereine und Tierhilfen in Worms pro Jahr mehr als 500 Katzen im Raum Worms kastrieren lassen, melden die Wormser Tierschutzorganisationen in den letzten Jahren eine ansteigende Zahl an Katzen. Im  Wormser Tierheim wird die Vermittlung der sogenannten Fund- und Abgabekatzen immer schwieriger. "Letztes Jahr war es besonders schlimm", erklärt Sylvia Bertz. 360 Katzen seien hergebracht worden.  Auch derzeit gebe es eine Warteliste. Beachtlich ist auch die finanzielle Seite:  Auf die 300000 bis 350000 Euro an laufenden Kosten des Tierheims, von denen etwa ein Drittel aus Spenden finanziert werden muss, entfallen rund 50000 Euro allein auf Kastrations-Kosten für Katzen, wie Bertz berichtet.
Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte bei wildlebenden Katzen nicht auf natürliche Weise. „Unser Ziel ist es, die Zahl an Katzen wenigstens konstant zu halten“, erklärt Peter Maas von der Tierhilfe Worms. Als ein Problem sieht er Halter an, die sich unbedacht eine Katze anschaffen, die damit verbundenen Aufgaben bald leid sind und das Tier dann aussetzen. ohne Kastration, ohne Impfungen. Aber auch Hofbesitzer, die sich Katzen ohne Kastration als Freigänger halten, tragen zur Verbreitung bei.
CDU-Vorsitzender Hans-Joachim Kosubek sprach mit den Organisationen bereits Punkte durch, wie die Umsetzung der Verordnung in der Praxis ablaufen könnte. Bertz räumte ein: "Es ist klar, dass hier auch die Tierschutzvereine mit in der Pflicht sind."