Aktuelles

10.11.2012

Bildungspolitik im Fokus

Drei Landtagsabgeordnete mit Gauß-SchülerInnen im Dialog / Kritikliste angefordert / FOTOGALERIE (weitere Fotos unter www.cdu-worms.de)

schueler12

Adolf Kessel, Jens Guth und Pia Schellhammer (v.links) diskutierten mit Schülern.

WORMS Der 9. November ist ein Tag mit außerordentlicher geschichtsträchtiger Bedeutung. Mit der Gründung der Weimarer Republik 1918, der Reichspogromnacht 1938, aber auch dem Mauerfall 1989 fielen sowohl glückliche als auch tragische Momente auf dieses historische Datum.  Aus diesem Grund nehmen zahlreiche rheinland-pfälzische Landtagsmandatsträger auch gerne die Möglichkeit wahr, interessierte Schulen zu besuchen und dort mit Schülerinnen und Schülern zu debattieren.

Der MSS 11 Leistungskurs sowie der Grundkurs Sozialkunde des Wormser Gauß-Gymnasiums hatten dabei eine Sonderstellung inne, hatten doch gleich 3 Abgeordnete ihr Kommen an jenem Morgen zugesichert. MdL Pia Schellhammer (Grüne), MdL Jens Guth (SPD) sowie MdL Adolf Kessel (CDU) trafen, jeweils aus drei unterschiedlichen Wormser Schulen kommend, im Medienkompetenzzentrum auf 40 motivierte und interessierte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die vor allem Fragen zum Thema Bildung in den Vordergrund des Dialoges rückten.
Die erste Frage, der sich die Abgeordneten widmen durften, war das Thema Realschule Plus. Warum diese Schulform eingeführt wurde bzw. ob es seit der Einführung Probleme gebe, wurde erfragt.
Weiter breit debattiert wurde das Thema Zentralabitur. Hier waren die Abgeordneten durchaus unterschiedlicher Meinung über Sinn und Nutzen; Einigkeit herrschte jedoch zum Thema „Wahlmöglichkeiten der Schulform“. Diese müssten unbedingt erhalten bleiben, so Guth, Kessel und Schellhammer.
Eine Verlängerung der Grundschulzeit wurde von allen als positiv erachtet. Jedoch sei diese Idee, die vielen Wissenschaftlern aus der Seele spräche, leider aus Kostengründen nicht umsetzbar, bedauerte vor allem Jens Guth (SPD). Rheinland-Pfalz sei ein Flächenland. Alle Grundschulen auf dem Land räumlich entsprechend zu verändern würde Milliarden verschlingen. „Was bildungspolitisch wünschenswert ist, ist leider oft nicht finanzierbar.“
Nach weiteren Themen wie Sozialkompetenz an Schulen, der kritischen Hinterfragung des Notensystems, G8 und der damit eng verbundenen Frage: „Gibt es ein Leben außerhalb der Schule?“ wurde den Anwesenden deutlich, dass es viele differenzierte Meinungen auf beiden Seiten gab, aber noch mehr Übereinstimmungen.
Was die Kritik der Schüler anging, so zum Thema unsinniger weil unnötiger Lehrstoff, forderten Guth und Schellhammer die Gymnasiasten und –innen auf, eine Liste anzufertigen, die dann an höchste Stelle weiter geleitet werden soll.
Abschließend luden die Abgeordneten die Gruppe zu einem Besuch des Landtags ein und wiesen auf die Möglichkeit hin, Praktika im Landtag und in den Wahlkreisbüros zu absolvieren. „Wir sind auch außerhalb des 9. Novembers zu erreichen“, so das gemeinsame Schlusswort.