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02.07.2013

CDU und CDA sammeln Ideen gegen Altersarmut

CDA Landesvorsitzender Adolf Kessel (MdL) informiert über „Älter werden im ländlichen Raum“ / Diskussion von CDA, Junge Union, Senioren Union und CDU-Gemeindeverband Rodalben / FOTO-GALERIE

cda

Wie können wir uns das Älterwerden im ländlichen Raum in 20, 30 Jahren überhaupt noch leisten?“, lautete die Grundfrage, zu der Adolf Kessel (2.v.links) referierte und auch auf Worms Bezug nahm.

RODALBEN/WORMS „Unglaublich!“, „..die schlimmen Zustände kommen erst noch!“, „…unvorstellbare Verwerfungen, die da noch auf uns zukommen!“ – dramatische Szenen spielten sich in den Köpfen vieler Teilnehmer ab, die zu der Veranstaltung „Älter werden im ländlichen Raum“ gekommen waren nach Rodalben. „Wie können wir uns das Älterwerden im ländlichen Raum in 20, 30 Jahren überhaupt noch leisten?“, lautete die Grundfrage, zu der der Wormser Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Sozialverbände der CDU (CDA) referierte und dabei auch auf Worms Bezug nahm.

Eingeladen hatten Senioren Union, Junge Union, CDA-Regionalverband und CDU-Gemeindeverband Rodalben.
Kessel schilderte das Grundproblem: Die Bevölkerung auf dem Land geht zurück, die Fixkosten aber bleiben. Das Leben auf dem Land wird also teurer, weshalb die Altersarmut steigt. „Das Problem ist vor allem, dass weniger junge Menschen nachkommen“. Dass es immer mehr junge Menschen in die Städte zieht, das hatten Diskussionsteilnehmer jetzt schon feststellen können. Kessel zitierte Prognosen, denen zufolge die Altersarmut von derzeit 2,5 Prozent im Jahr 2030 auf 10 bis 12 Prozent steigen wird. „Immer weniger junge Menschen können in die Rentenkasse einzahlen, und immer weniger Menschen haben Jobs, die ihnen später auch eine auskömmliche Rente sichern“, erklärte Kessel und sprach damit ein Thema an, das ihm auch als CDA-Landesvorsitzender wichtig war.
 Wie lässt sich da noch auf dem Land leben? Wie lässt sich die Pflege bezahlen, wie die ärztliche Versorgung? Viele Ideen machten die Runde: Darunter waren punktuellen Hilfen, die das Leben im Alter leichter machen können, etwa zusätzlichen Buslinien, oder Ruftaxis, die  auch übers Wochenende fahren. Darunter war aber auch die Idee, solche Unternehmensgründer gezielt zu unterstützten, die der Versorgung im ländlichen Raum dienen. Ein anderer Vorschlag lautete, solche Medizin-Studierende zu fördern in der Ausbildung, die sich bereit erklärten, nach ihrem Abschluss eine Praxis im ländlichen Raum zu eröffnen. Einsatz von Gemeindeschwestern, Bündelung von Pflegediensten, Umstrukturierung von Notfallzentralen und Ausweitung von Krankenpflegeschulen waren weitere Denkansätze. Kessel schilderte, wie man sich in seinem Wahlkreis Worms derzeit für einen augenärztlichen Notdienst vor Ort stark mache.
Landtagsabgeordneter Weiner sagte, qualifizierte junge Menschen gewinne man, indem man ihnen Arbeitsplätze, aber auch gute Infrastruktur biete. Kessel wies darauf hin, dass die Schuldenbremse, für die die CDU im Land stehe, gerade jungen Menschen zugute komme. Ebenso unterstütze das Betreuungsgeld junge Familien in ihrer Wahlfreiheit und sei nicht etwa eine „Herdprämie“.
Ein Vertreter der Jungen Union zitierte eine Schulumfrage: Demnach fühlten sich junge Menschen in ihrer Region durchaus wohl und zeigten Heimatverbundenheit. „Es gibt aber die Angst, im ländlichen Raum keinen Arbeitsplatz zu finden“.
Kessel konnte dem Thema dennoch etwas Positives abgewinnen: „Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Immer dann, wenn es den Leuten besonders schlecht ging, haben sie auch besonders gut zusammen gehalten – vielleicht steckt hierin ja auch eine neue Chance“, sagte er mit Blick auf den Zusammenhalt der Generationen.