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23.04.2014

Eltern wünschen sich Vielfalt und Wahlfreiheit bei Ganztagsschulangeboten

CDU-Rheindürkheim freut sich über große Resonanz bei Diskussion mit Bildungsexpertin Marion Schneid /Motto: Jedes Kind zählt – Kinder stark machen / Schneid: Zu unflexible Regeln für Tagesmütter und zu wenig Lehrerstellen

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Oliver Schuh, Marion Schneid und Adolf Kessel (v.links) gehen detailliert auf Fragen aus dem Publikum ein.

RHEINDÜRKHEIM „Jedes Kind zählt – Kinder stark machen“, heißt der Leitsatz des Bildungsprogramms der CDU-Landtagsfraktion. Wie die Rheindürkheimer über dieses Programm denken – darum ging es im Hessischen Hof, wohin der CDU-Ortsverband eingeladen hatte. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, mit der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Marion Schneid, zu diskutieren, die als Expertin eingeladen war.

 Landtagsabgeordneter und Ortsvorsteher Adolf Kessel moderierte die Diskussion und beantwortete, gemeinsam mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher, Oliver Schuh, Fragen.
Das Betreuungsangebot, das es in Rheindürkheim jetzt schon gibt in Form der Kindertagesstätten-Hortgruppe – seit bereits zehn Jahren und mit gutem Zuspruch – und der betreuenden Grundschule, kann sich die CDU auch erweitert um ein Ganztagsschul-Angebot vorstellen. „Wichtig ist uns aber, dass die Wahlfreiheit und die bestehenden Angebote erhalten bleiben“, betonten Marion Schneid, Adolf Kessel und Oliver Schuh. Auch von den Gästen wurde dieser Punkt als entscheidend angesehen. Vielfältige Förderwege – darunter auch der Erhalt der Förderschule – seien generell wichtig. Viele Eltern machten deutlich, wie schwierig es ist, Beruf und Familie im Alltag zu vereinbaren. „Ganztagsschulangebote können hier helfen“, hieß es. Der Wormser Beigeordnete Waldemar Herder, der ebenfalls im Publikum saß, sagte, dass für Rheindürkheim und Ibersheim im kommenden Herbst eine Eltern-Befragung geplant sei. Diese soll zeigen wie hoch der Bedarf ist.
 Schneid und Kessel betonten, dass die verschiedenen Angebote nicht als Konkurrenz angelegt seien, sondern verschiedene Bedürfnisse abdeckten. Die Gäste wünschten sich ein möglichst breites Angebot. Dazu gehörten auch Tagesmütter. Eine Dame sagte:  „Ich bin Erzieherin und sehe Tagesmütter trotzdem nicht als Konkurrenz zu Kindertagesstätten– im Gegenteil: ich bin sehr froh darüber, dass es diese zusätzliche Betreuungsmöglichkeit gibt“. Zu Urlaubs- und Randzeiten könne der Bedarf sonst gar nicht abgefangen werden. Schneid sah dies ebenso und bemängelte die Regelung der Landesregierung: „Rheinland-Pfalz zeigt sich bei der Einbeziehung von Tagesmüttern immer noch sehr unflexibel“. Die Festanstellung von Tagesmüttern erweise sich momentan als nicht umsetzbar, die bestehenden Einrichtungen dürften nicht einmal zu den Randzeiten genutzt werden, und es sei den Tagesmüttern nicht erlaubt, sich zusammenzuschließen.
Wichtig war den Zuhörern, dass ein  Ganztagsangebot an den Schulen mehr bietet, als nur die reine Beaufsichtigung. Das Nachmittagsangebot soll außerdem flexibel sein, damit ehrenamtliches Engagement, außerschulische Bildung und ausgeglichenes Familienleben möglich bleiben. Schneid sagte, wenn die Vereine in den Schulen das Nachtmittagsangebot mitgestalten, könnten sie auf diese Weise auch neue Mitglieder gewinnen. Eine Zuhörerin wandte allerdings ein, dass es schwierig werden könnte, Betreuer aus den Vereinen für nachmittags zu gewinnen.
„Nicht in Beton, sondern in Köpfe investieren“, lautete eine weitere Forderungen aus dem Publikum. Schneid bedauerte, dass die Landeregierung nicht auf das Konzept der CDU eingegangen ist und 700 zusätzliche Lehrer eingestellt hat. „Mit diesen hätte sich die Unterrichtsversorgung zu 100 Prozent decken lassen“, betonte Schneid „und zwar kostenneutral, wenn man dafür die Schulbusbeförderung nicht generell für alle kostenlos angeboten, sondern den Preis sozial verträglich gestaffelt hätte“. Nun behelfe sich die Landesregierung in der Nachmittagsbetreuung auch mit angelernten Kräften.
Aus dem Publikum angeregt wurde auch, in Rheindürkheim wieder die Ferienspiele ins Leben zu rufen. Inzwischen gebe es hierfür wieder Bedarf. Herder informierte, dass auch das Ferienspiel-Angebot der Stadt ausgeweitet werden soll.