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30.04.2018

Blick hinter ganz besondere Kulissen

CDU Stadtratsfraktion informiert sich über Horchheimer Alte Heilig-Kreuz-Kirche / OB-Kandidat Kessel: Lob für großes Engagement des Fördervereins /"Kleinod darf nicht in Vergessenheit geraten" / GALERIE

friedhofskirche

Die CDU Stadtratsfraktion und Vertreter des Fördervereins Alte Heilig-Kreuz-Kirche sind sich einig: Die Friedhofskirche ist ein Kleinod, das nicht in Vergessenheit geraten darf!

HORCHHEIM Einen Blick hinter ganz besondere historische Kulissen hat die CDU Stadtratsfraktion in Horchheim werfen können. Für die Unionspolitiker gab es im Beisein von Vertretern des  Fördervereins Alte Heilig-Kreuz-Kirche einen Intensiv-Kurs vor Ort, direkt an dem gleichnamigen Kleinod, das etwas verborgen liegt am alten Kirchpfad. Der 300 Jahre alte Sakralbau, dessen Grundmauern noch aus dem 11. Jahrhundert stammen, braucht in jüngerer Zeit demnach wieder verstärkt Zuspruch.

Aus diesem Grund hatte die Vorsitzende der CDU Horchheim/Weinsheim, Monika Stellmann, die auch dem Wormser Stadtrat angehört, ihre Fraktion eingeladen, sich einen genaueren Überblick zu verschaffen über das kleine Gotteshaus, das doch eine ziemlich große Geschichte aufweisen kann. Erstmals erwähnt wurde der Sakralbau in einer Urkunde von 1287 als „Gewann hinter der Kirche"; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk an die Stadt Worms veräußert und dient seit 1958 als Friedhofskapelle.
Der Landtagsabgeordnete und OB-Kandidat Adolf Kessel sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Karlin freuten sich, dass so viele zu dem Vor-Ort-Termin gekommen waren. Gut ein Dutzend Teilnehmer konnten so aus erster Hand erfahren, was in den letzten Jahren alles unternommen worden ist, um das kirchliche Kleinod vor dem Verfall zu bewahren oder – wie vor sieben Jahren –  zum Teil buchstäblich wieder auferstehen zu lassen. 2011 musste das Kirchenschiff aus Sicherheitsgründen für einige Zeit geschlossen werden. Längsrisse waren in der Deckenfläche entstanden, der Putz bröckelte. Das marode Dach erforderte bis zur Sanierung übrigens auch ein neues Prozedere bei Trauerfeiern, weil die Aufbahrung des Sargs  im  Außenbereich oder im Vorraum der Kirche erfolgen musste. Kessel lobte das starke und professionelle Engagement des Fördervereins, der 2002 zur Unterstützung der städtischen Sanierungsaufgaben gegründet worden war. So hatte der Vorsitzende, Dr. Hartmann Manfred Schärf, ein Architekt, vor einigen Jahren Stein für Stein unter die Lupe genommen. Auf diese Weise war nicht nur eine ausführliche Dokumentation der Baugeschichte entstanden, sondern auch eine Befund- und Schadensbilderfassung, die zu einem Maßnahmenkatalog und einer Kostenschätzung führten. Daraufhin konnte auch ein Teil der Sanierung erfolgen.
Allein in den letzten beiden Jahren ist auf Initiative und unter finanzieller Mitwirkung des Fördervereins viel geleistet worden: Am Treppenaufgang und den Wegbefestigungen war der Förderverein zwar nicht beteiligt. Aber die restauratorischen Untersuchungen, die Stuckgesimse am Deckenrand, die Innenbeleuchtung, die Wiederherstellung der Ausmalung der Chorfensterleibungen und die Außenbeleuchtung wurden vom Förderverein geplant und finanziert. 
 Und die vom Förderverein schon vor Jahren angestoßene Frischekur für das  Kleinod ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Kapelle hat ihren Dornröschenschlaf noch nicht überwunden. Noch immer steht unter anderem ein ganz großer Wunsch auf der Liste des Fördervereins: Die Sanierung des Chorgesimses und der Schäden am Dach des Turmes. Wie Monika Stellmann betont ist diese Sanierung „dringend notwendig, weil es inzwischen hinein regnet und das Holz des Dachstuhls Schaden nimmt“.
Adolf Kessel sieht die Kapelle als ein „wahres Schmuckstück“ an. Die CDU will die Kirche nun gewissermaßen wieder ins Dorf holen, sprich: ein Bewusstsein dafür schaffen, welch erhabenen, aber fast vergessenen Hingucker die Horchheimer in Form ihrer Friedhofskirche haben. Dr. Klaus Karlin, der die Friedhofskirche noch näher aus seiner Zeit vor zehn Jahren als zuständiger Beigeordneter kennt, weiß, dass bei der Sanierung ein langer Atem nötig ist: Damals schon hatte er sich für den Erhalt des Bauwerks stark gemacht. So war beispielsweise die Drainage an der Nord- und Westseite des Gebäudes gelegt worden, wobei auch eine Abordnung des Bauordens geholfen hatte. Karlins Fazit lautete: „Die Alte-Heilig-Kreuz-Kirche ist ein Kleinod, das nicht in Vergessenheit geraten darf!“.