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10.11.2018

„Demokratie ist nicht selbstverständlich!“

Landtagsabgeordneter Adolf Kessel besucht viele Wormser Schulen / Gemeinsame Aktion mit MdL Jens Guth / Start in Pfrimmtal-Realschule plus / Starkes Interesse und rege Diskussion (FOTOGALERIE)

schulbesuchstag

Die Landtagsabgeordneten Jens Guth, Adolf Kessel, Heribert Friedmann (v.li.) diskutieren mit Schülern in der Pfrimmtal-Realschule plus. Lehrer Klaus Mathis (re.) moderiert.

PFEDDERSHEIM / WORMS „Demokratie ist nicht selbstverständlich!“ Unter diesem Motto steht der Schulbesuchstag der Landtagsabgeordneten in diesem Jahr anlässlich des 9. Novembers - einem Datum, mit dem eine Reihe historischer Ereignisse verbunden sind, welche die Republik geprägt haben. Der Landtagsabgeordnete Adolf Kessel führt diese Aktion gemeinsam mit MdL Jens Guth an fünf Wormser Schulen durch.

Um das Pensum zu schaffen, starteten Kessel und Guth bereits einen Tag zuvor, am 8. November, in der Pfeddersheimer Pfrimmtal-Realschule plus. Bei der dortigen Diskussion, die von Lehrer Klaus Mathis moderiert wurde, saß zudem der Landtagsabgeordnete Heribert Friedmann mit im Podium.
Die Schüler, die freie Themenwahl hatten, stellten den Abgeordneten viele Fragen und diskutierten insbesondere über Integration, Ausbau der Wormser Schulen und die „Ehe für alle“. Beim Thema Schulsanierung sagte Kessel, es müsse eine verbindliche Prioritätenliste erstellt werden: Jeder soll wissen, wann die eigene Schule an der Reihe ist.“ Unbedingt vorgezogen werden müsse dabei die Ausstattung mit einer ausreichend guten Internetverbindung an allen Schulen. Kessel und Guth verbanden viele Themen mit dem Leitgedanken, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Denn der 9. November steht nicht nur für Meilensteine der demokratischen Entwicklung in Deutschland, wie die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 durch Philipp Scheidemann und den Fall der Berliner Mauer 1989. Ebenso fand eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte in der Reichspogromnacht der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 9. November 1938 einen ersten grausamen Höhepunkt. „Auch in Worms brannte an diesem Tag die Synagoge“, riefen Kessel und Guth die schlimmen Ereignisse in Erinnerung. Um sich heute solchen Tendenzen schon im Ansatz entgegenzustellen, dürften Minderheiten nicht benachteiligt oder stigmatisiert werden.
Auf ausgesprochen heftigen Widerspruch von Schülerseite stieß Friedmann mit seiner Aussage, Homosexuelle sollten keine Kinder adoptieren dürfen, „um des Kindeswohls willen“ und zum Schutz vor Mobbing-Attacken. Ein Mädchen sagte entrüstet und emotional sehr bewegt: „Kinder brauchen Eltern, die sie lieben – sonst nichts!“. Kessel stellte klar: Das Problem seien nicht die Kinder aus Regenbogenfamilien, sondern diejenigen die diese Kinder ausgrenzten. Es gelang insgesamt gut, aktuelle Herausforderungen für die Politik vor dem historischen Rahmen des 9. Novembers zu diskutieren. Auch nach der offiziellen Diskussionsrunde versammelten sich Schüler um Abgeordnete und stellten Fragen. Um Kessel herum bildete sich eine Traube von Schülern, die nun auch solche Themen vorbrachten, die sie lieber in kleiner Runde diskutierten wollten. Kessel nahm sich auch hierfür Zeit. Zudem verwies er auf seine Online-Präsenz: „Ihr findet mich ganz einfach auf meiner Homepage oder auf Facebook“, sagte Kessel. „Schickt mir eine Mail, ich antworte euch."
Kessel besucht anlässlich des 9. Novembers, gemeinsam mit Jens Guth, auch noch die Berufsbildende Schule Wirtschaft, das Eleonoren- und das Gauß-Gymnasium und die Westend Realschule plus.